Kaum zurück aus Barcelona (darüber werde ich in den nächsten Tag noch etwas genauer berichten...) hat heute schon die Uni begonnen. Also eigentlich war dies schon letzten Mittwoch der Fall, aber da waren wir ja in Spanien. Wir mussten heute also an der ECP - c'est l'Ecole Centrale de Paris, une grand école très renommé, - antraben und den ganzen administrativen Kram über uns ergehen lassen. Wer schon einmal Bekanntschaft mit der französischen Bürokratie gemacht hat, der weiss wovon ich hier spreche. Für alle anderen: Sowas könnt ihr euch schlichtwegs nicht vorstellen!
Wir - das sind 10 Unitech Studenten aus Schweden, Holland, Deutschland (3x), Spanien (3x) und der Schweiz (2x) - sind da also um 8 Uhr angekommen und haben uns voller Elan an den Start des "Circuits d'inscriptions" begeben. Wir hatten einen ganzen Stapel von Blättern bekommen, die wir heute an den verschiedensten Stellen ausfüllen, vorweisen, signieren, stempeln etc mussten. Die ersten Probleme fingen schon an als wir nicht auf ihrer Liste aufgelistet waren. Kein Wunder, schliesslich war heute der 1. Tag der Drittjahrstudenten, fünf von uns sind aber im zweiten Jahr. Ok, das kann passieren. Als nächstes suchten mehrere Damenverzweifelt nach meinem Dossier in der Datenbank und jede zweifelte stark an ihren Fähigkeiten. Es stellte sich dann aber heraus, dass mein Name falsch ins System eingetragen wurde und die Query dadurch erfolglos retournierte.
Um das ganze etwas abzukürzen: Auch im weiteren Verlauf des Tages stellte es sich als Nachteil heraus, dass wir die offizielle Einschreibung des 2ten Jahres verpasst haben. Die Leute waren darauf nicht eingestellt und wir mussten von Büro zu Büro rennen und wieder zurück. Einmal am richtigen Ort wurden wir jedoch stets freundlich empfangen, man wusste wer wir sind und es wurde uns effizient geholfen. Chapeau!
Ein Highlight war auch die Präsenz der drei grossen französischen Banken, namentlich BNP Parisbas, Crédit Lyonais et Société Générale. Innerhalb von 20min haben wir bei allen dreien je ein Bankkonto eröffnet mit Carte Bleue, Sparkonto (4.5% Zins), Checkbuch und sonstigen Benefits. Unglaublich. Und dies alles konstenlos! Ihr fragt euch weshalb wir drei Konten benötigen? Ich mich ehrlich gesagt auch! ;-) Aber anscheinend arbeiten diese Banken mit den Studentenvereinen zusammen und je mehr Konten sie eröffnen, desto mehr Geld erhalten die Vereine. Da es für uns keine Nachteile gibt, sprach also nichts dagegen...
Der Tiefpunkt war der Besuch des Centre Médical, wo wir etwa 2h mit Warten verbracht haben. Als ich endlich an der Reihe war, beklagte sich die Ärztin über die grosse Anzahl Studenten, die sie heute bewältigen müssen und dass jetzt noch jemand aus dem 2. Jahr kommt und sie die Liste nicht mehr hat und sowieso keine Ahnung hat, was sie mit mir machen soll und die Zeit viel zu knapp wird und sowieso. Bla bla bla. trotzdem war es ihr nicht zu schade, mir nachher lang und breit zu erklären wie das französische Gesundheitssystem funktioniert und welche Impfungen man wann und wo machen sollte und so weiter. grml.
Zusammenfassend haben wir heute wohl ein Dutzend Formulare ausgefüllt, jedes Mal mit Name, Adresse etc versteht sich (schon mal was von einer globalen Datenbank gehört? Immerhin hat sich somit der Schreibfehler in meinen Namen nicht weiter propagiert...). Es bleibt anzumerken, dass wir um 17Uhr, also rund 9 Stunden später noch immer nicht alle Posten absolviert haben und somit Morgen zwischen den Vorlesungen mit dem Prozedere fortsetzen können! Yeah!
Zum Abschluss des Tages wurden wir noch zu einem kleinen Apéro eingeladen, bei dem uns der lokale Unitech-Koordinator die wichtigsten Leute vorgestellt hat.Die Leute sind wirklich freundlich und engagiert, aber mit der Organisation happerts ein wenig. Mais ça c'est la France! Morgen gehts los mit den Vorlesungen, mal schauen wie das abgeht. Bin gespannt!
A la prochaine!